• R. Stury, eidg. dipl. NHP

Ist Fieber eine Krankheit?

Fieber ist das Ansteigen der Körpertemperatur auf mehr als 38 Grad Celsius. Auch Tiere können Fieber bekommen, wie Säugetiere, Amphibien, Fische, Insekten und sogar Schnecken. Fieber ist eine wichtige Schutz­ und Heilreaktion des Körpers. Mit der erhöhten Körpertemperatur mobilisiert der Organismus seine Abwehrkräfte, um sich z.B. vor „Eindringlingen“ zu schützen. Häufige Ursachen sind Infektionen durch Viren oder Bakterien. Fieber ist somit keine Krankheit, sondern ein Krankheitsabwehrprogramm des Körpers.




Die Selbstheilungskräfte stören

Ein grippaler Infekt kommt ja meistens im dümmsten Moment. Daher neigen viele Menschen dazu, bei den ersten Anzeichen frei erhältliche „Grippemittel“ wie Alka-­C®, Aspirin®, NeoCitran® u.s.w. einzunehmen. Wenn das nicht nachhaltig hilft, führt das oft zu lang­wierigen Krankheitsverläufen. Denn die Chance, die Infek­tion im Anfangsstadium zu bekämpfen, wurde verpasst. Mit chemischen Mitteln, wie z.B. Alka-C®, Panadol®, Apsirin® oder Cortison wird das Fieber unkontrolliert, rasch und oft zu stark gesenkt. Im weiteren haben auch alle Schmerzmittel ausser Morphium eine fiebersenkende Wirkung. Keines dieser Mittel wirkt gegen die Keime. Daher können diese Massnahmen eine erhebliche Belastung für den Körper sein, da nach dem Medikamentenabbau die Fieberproduktion von neuem gestartet werden muss um die Keime in den Schach zu bekommen.

Fieber ist besonders in der Anfangsphase einer Infektionserkrankung wichtig. Dadurch wird das Immunsystem aktiviert. Zu diesem Zeitpunkt wird der Körper mit den noch nicht allzu zahlreich vorhandenen Erregern besser fertig. Wird in diesem Stadium das beginnende Fieber gesenkt, ist mit einem längerem und hartnäckigerem Verlauf zu rechnen. Auch eine Chronifizierung oder Komplikationen wie Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung können durch solchen Übereifer resultieren.

Es gibt gute Gründe Fieber zuzulassen, denn Fieber aktiviert das Immunsystem. Fieber erschwert die Bedingungen für Bakterien und Viren. Auch die Stoffwechselvorgänge werden beschleunigt, wodurch z.B. Giftstoffe schneller neutralisiert und ausgeschieden werden.

Wahrnehmung von Fieber

Menschen nehmen die erhöhte Körpertemperatur unterschiedlich wahr. So fühlen sich die einen mit 38°C schwerkrank und andere fühlen sich mit 39°C noch recht munter. Oft ertragen Frauen Infekte besser als Männer. Denn Frauen haben durch die zwei X-Chromosomen eine genetisch bedingte bessere Abwehr als die Männer. Hinzu kommt, dass das Sexualhormon Östrogen die Vermehrung der spezifischen Abwehrzellen anregt. Testosteron hingegen wirkt sich nachteilig auf die Immunabwehr aus. Deshalb reagiert das spezifische Immunsystem von Frauen schneller und aggressiver gegen Krankheitserreger als das von Männern. Daher dauert eine Erkältung oder eine Grippe bei Männern oft länger als bei Frauen.

Ist Fieber immer gut?

Die Fähigkeit, Fieber zu entwickeln, ist in der Regel ein Zeichen eines gut funktionierenden Immunsystems. Dennoch darf Fieber nicht in jedem Fall verharmlost werden. In bestimmten Situationen ist eine Fachperson bei zu ziehen, so z.B. bei Fieber über 40°C, bei hohem Fieber von Säuglingen, Kleinkindern und Betagten oder bei hohem Fieber länger als drei Tagen. Auch bei zusätzlichen Symptomen wie Brechdurchfall oder bei starken und anhaltenden Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Lichtscheu sollte eine fachkundige Person bei gezogen werden.

Unterstützende Massnahmen

Die verschiedenen Massnahmen zielen darauf hin, die Begleitsymptome von Fieber zu lindern, den Körper in seiner Selbstheilung zu unterstützen und den Körper zu entlasten. Es gibt drei Fieberstadien: Den FIEBERANSTIEG, die FIEBERHÖHE und den FIEBERABFALL. Für jedes Stadium gibt es unterschiedliche Symptome und für jede Phase entsprechende unterstützende Massnahmen.


Fiebersenkung im Stadium der Fieberhöhe

Das Fieber sollte nur soweit wie unbedingt nötig, sprich bis sich der Patient wieder wohler fühlt, gesenkt werden. In der Regel genügt eine Reduktion um ein halbes bis ein Grad Celsius. Fiebersenkende Anwendungen sollten erst im Stadium der Fieberhöhe durchgeführt werden. Denn solange das Fieber im Steigen begriffen ist, nützen sie nichts und stören darüber hinaus die Selbstheilungskräfte. Durch die fiebersenkenden Massnahmen im falschen Moment muss der Körper nur mehr Energie aufwenden, um die „Wunschtemperatur“ wieder zu erlangen. Im Weiteren wäre es durch die Temperatursenkung für die infektiösen Keime leichter sich zu vermehren, was den Krankheitsverlauf verstärken und verlängern könnte. Die fiebersenkenden Massnahmen sollten wenn möglich erst angewendet werden, wenn die Fieberhöhe erreicht ist und der Patient warme Hände und Füsse hat.

Wenn Hände und Füsse dennoch kalt sind, gibt es Anwendungen zur Verteilung der Fieberhitze, wie Pulswickel, warmes oder ansteigendes Fussbad, eine Wärmflasche auf die Hände und Füsse legen oder die Hände und Füsse Massieren.

Zu den Fiebersenkenden Massnahmen zählen kalte Wadenwickel, Essigsocken, Waschung, Fusssohlenwickel, absteigendes Fussbad oder bei zusätzlicher Verstopfung eine Klistieranwendung mit kühlem Wasser.

Für alle Fieberstadien ist die Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig. Ob heisse oder kalte (jedoch nicht aus dem Kühlschrank) Getränke, hängt vom Bedürfnis des Betroffenen ab. Besonders geeignete Getränke sind Lindenblütentee, Holunderblütentee, Zitronenschalentee oder Ingwertee, gesüsst mit etwas Honig.

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